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27.05.2013 - Berufsorientierung - ganz heiß!

Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule Pestalozzistraße sowie der Integrierten Gesamtschule Querum durchlaufen als erste das neue Angebot "Chemie" rund um einen Schmelzofen im Lokpark Braunschweig.
 
Berufsorientierung in Braunschweig (BOBS), 27./ 28. Mai 2013. Aluminium brodelt rotglühend in dem kleinen Hochofen, der in in einer alten Lokhalle aufgebaut ist. Reinhard Fischer schöpft es mit dem Gießlöffel aus der oben liegenden Öffnung und gießt es in einen Trichter im Formsand. Das Aluminium erhärtet und nimmt dort sofort eine silbrig-glänzende Farbe an. Schon nach wenigen Sekunden können die gegossenen Rohlinge, Schlüsselanhänger, geborgen werden. Dazu wird die Sandform zerstört. Vorbereitet wurde die Form von 10 Schülerinnen und Schülern der Grund- und Hauptschule Pestalozzistraße sowie der Integrierten Gesamtschule Querum, die erstmals das neue Praxisfachmodul "Chemie" im Rahmen von BOBS am außerschulischen Lernort Lokpark durchlaufen. Künftig erhalten hier Jugendliche aus den 8. Klassen der Braunschweiger Gesamt-, Haupt- und Förderschulen praktische Einblicke in Ausbildungsberufsbilder, wie Chemikant/in oder Kunststofftechniker/in. Es geht darum, Vielfalt, Einsatzfelder und wirtschaftliche Bedeutung der Beschäftigungschancen in der Chemischen Industrie zu verdeutlichen. Als Brücke dienen einfache Experimente, die verblüffende Phänomene sichtbar machen.
 
BOBS bietet mit dem Modul "Chemie" erneut Berufsorientierung zum Anfassen: Neben der Antwort auf die Frage, wie anspruchsvolle Gussteile entstehen, z.B. Motorblöcke, wird u.a. deutlich, wie ein Wassertank, bei BOBS der einer Dampflok, mit Zitronensäure entkalkt wird. "Und welche Rolle spielt dabei die Temperatur? Welche physikalischen Eigenschaften weisen Legierungen auf?", skizziert Thomas Graf, Projektleiter der Hüttenes-Albertus Chemische Werke GmbH, weitere Fragestellungen. Durch die Spende des Schmelzofens sowie von Verbrauchsmaterialen hat Hüttenes-Albertus den Anstoß für die Entwicklung des Moduls gegeben. Neben dem Lokschuppen führen die Schülerinnen und Schüler chemische Experimente in einem alten Eisenbahnwagen durch. "Der Lokpark weckt als Lernort Interesse und schlägt so die Brücke zu MINT-Berufsfeldern", berichtet Karl-Heinz Friedrichs, Leiter der Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V., die das Praxisfachmodul im Rahmen von BOBS durchführt. Methoden und Vorgehensweise sind altersgerecht aufbereitet. "Die jeweiligen Inhalte haben Lehrplanbezug. Sie bauen aufeinander auf, um so nach und nach sowohl das Anwendungs- als auch das Theoriewissen zu erweitern und zu festigen", erläutert Burkhard Vettin von der Niedersächsischen Landesschulbehörde, Regionalabteilung Braunschweig, der den Entwicklungsprozess initiiert und fachlich begleitet hat. Ein ausgeklügeltes methodisch-didaktisches Konzept erlaubt so eine Anpassung an den jeweiligen Wissensstand der Lerngruppe. "Das hebt erfahrungsgemäß die Motivation", sagt Florian Jysch, BOBS- Teamleiter bei der Allianz für die Region GmbH. "Durch Praxis und Theorie, durch Erleben und Reflexion werden den Jugendlichen die Anforderungen der unterschiedlichen Berufsbilder und der Ausbildungsbetriebe nahe gebracht."
 
BOBS unterstützt Schülerinnen und Schüler aus Braunschweig ab der 8. Klasse in ihrer Berufsorientierung. Nach einer ersten Selbsterkundung im Unterricht gewinnen die Schülerinnen und Schüler in Betriebspraxistagen (BPT) erste Einblicke in den Berufsalltag in drei unterschiedlichen Betrieben aus den Bereichen gewerblich/technisch, kaufmännisch/verwaltend und Gesundheit/Soziales. Auf Grundlage dieser Erfahrungen wählen die Jugendlichen zwei Praxisfachmodule aus, die von Braunschweiger Bildungsträgern in außerschulischen Lernorten, wie Werkstätten oder Lagerhallen angeboten werden. Das Angebot umfasst bisher Holz, Metall, Farbe, Pflege, Hotellerie und Gaststätten, Hochbau, Holzbau, Kaufmännische Berufe, Floristik, Lager und Logistik sowie Garten- und Landschaftsbau und ab sofort auch das Modul "Chemie". "Wir freuen uns, dass das neue Angebot die Auswahlmöglichkeiten für die Jugendlichen erweitert. Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern hier die Gelegenheit zu bieten, theoretische und praktische Grundlagen kennen zu lernen und sie für MINT-Berufe als zukünftiges Berufsfeld zu begeistern", berichtet Bärbel Kuschnik, Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar und bei BOBS von Anfang an dabei.
 
Die Umsetzung des neuen Praxisfachmoduls "Chemie" übernimmt die Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V., die gemeinsam mit dem Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V., der Hüttenes-Albertus Chemische Werke GmbH, der Stiftung NiedersachsenMetall, der Phywe Systeme GmbH und Co. KG sowie weiteren Partnern die mint.loc Infrastruktur im Lokpark aufgebaut hat. Fachlich sowie methodisch-didaktisch wurde die Entwicklung der Infrastruktur sowie des Konzeptes von Niedersächsischen Landesschulbehörde Regionalabteilung Braunschweig.
 

BOBS - Berufsorientierung in Braunschweig wird seit dem Schuljahr 2011/2012 umgesetzt.
Rund 3.100 Schülerinnen und Schüler absolvierten seitdem ca. 18.600 Betriebspraxistage (BPT) in 500 Betrieben. Am Berufseignungstest (BEREIT) haben bereits 1.600 Schülerinnen und Schüler erfolgreich teilgenommen. Zusätzlich durchliefen 650 Schülerinnen und Schüler der Förder-, Haupt- und Gesamtschulen über 120 Praxis- und Fachmodule (PFM) bei den beteiligten Bildungsträgern. Schließlich konnten mehr als 500 Schülerinnen und Schüler an dem von der Jugendförderung der Stadt Braunschweig organisierten Berufsvorbereitungstraining (BVT) teilnehmen.
BOBS ist ein Gemeinschaftsprogramm der Stadt Braunschweig, der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, der Braunschweigischen Landessparkasse, der BZV Medienhaus GmbH und der Allianz für die Region GmbH sowie der allgemeinbildenden Braunschweiger Schulen. BOBS ist beteiligungsorientiert entwickelt worden, profitierte dabei aber auch von den Erfahrungen der Berufsorientierungsprogramme in Salzgitter (BONA SZ) und in Landkreis sowie Stadt Wolfenbüttel (KoPra WF).
 
Kontakt:
Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V.
Karl-Heinz Friedrichs
Telefon: +49 (0)531 - 26406-0
Telefax: +49 (0)531 - 26406-44
E-Mail: karl.heinz.friedrichs@abw-bs.de
 
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