Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V. - ABW English information
  Startseite Newsarchiv     Suche Kontakt Impressum  
Wir über uns
Projekte
Kursangebote
Links
Sonstiges
> Projekte > Projektarchiv Druckansicht
Projektarchiv - Details
Lernort Kooperation 2006
 
Berufsbildenden Schule II mit der Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V.
 
Bau der Media-Wagen Multimedia-Wagen
Im Zuge der jährlich stattfindenden Lernortkooperation der BBS II Braunschweig mit den Auszubildenden Betrieben im gewerblich technischen Bereich, haben unsere Auszubildenden des 3. Lehrjahres der Berufsgruppe Industriemechaniker, Fachrichtung Maschinen- und Systemtechnik, das Projekt Multimedia-Wagen durchgeführt.
 
Beim Einsatz multimedialer Mittel in Schulen wurde in der Vergangenheit immer öfter moniert, dass es bei der Verwendung der erforderlichen Hardware, für Präsentationen oder zu Unterrichtszwecken, sowohl Aufstellungs- als auch Aufbewahrungsprobleme gib. Ziel dieses Projektes bzw. Auftrages war es, alle Schulstandorte in Braunschweig mit einem MMW auszustatten, welcher diese angesprochenen Probleme umfassend lösen kann. Dieser Wunsch wurde durch die Stadt Braunschweig, vertreten durch Herrn Herrmann, zuständig für den Fachbereich Schule und Sport, an die Berufsschule II herangetragen. Herr Herrmann sorgte zudem auch für eine unbürokratische und zügige Umsetzung dieses Vorhabens. In übergreifender Zusammenarbeit mit Auszubildenden und Praktikanten der BBS II und der Unterstützung von zwei Auszubildenden aus anderen Betrieben, haben unsere 6 beteiligten Auszubildenden zunächst insgesamt 56 Multimediawagen erstellt. Parallel hierzu wurden in der BBS II 34 gleichartige Wagen erstellt. Das verarbeitete Material, bestehend aus Alu- Profilen, Kunststoffplatten und entsprechenden erforderlichem anderen Zubehörteilen, wurde in erster Linie von der Firma ITEM, Solingen, bezogen. Nach der vollständigen Fertigstellung wurden die Wagen vor Ort, d.h. in den Schulen, jeweils mit dem vorgesehenen Beamer, Laptop und einer Soundanlage bestückt. Zuvor wurden eine Steckdosenleiste fest installiert und eine Kabeltrommel beigefügt. Federführend bei der Gestaltung und Entwicklung der Prototypen, sowie der Organisation für die Beschaffung aller benötigten Materialien und Teile, war Herr Hadel von der BBS2. Unterstützung erfuhr Herr Hadel bei der Durchführung des Projektes von Herrn Schubert und Herrn Heidrich, ebenfalls BBS II. In der ABW wurden das Projekt durch Herrn Fassmann betreut.
 
Bau der Media-Wagen Vorgabe für die Entwicklung war es, einen Wagen zu schaffen, der Notebook, Beamer und eventuell weitere Hardware aufnehmen kann, fahr- und tragbar und ringsum abschließbar ist. Die Robustheit stand natürlich weit oben auf der Anforderungsliste. Nachdem verschiedene Varianten in der BBS II erprobt und weiterentwickelt wurden, entschied man sich für die nun vorliegende und ausgeführte Variante. Es wurde, aufgrund der zu erwartenden hohen mechanischen Belastung beim Einsatz der Wagen, die Konstruktion gewählt, bei welcher in erster Linie die, auch im Industriebereich verwendeten, ITEM- Profile Verwendung fanden.
 
Alle 91 Schulstandorte in Braunschweig erhielten einen komplett ausgestatteten Wagen. Dies stellte Zusammen eine nicht zu unterschätzende Materialmenge, auch bezogen auf das Gewicht und das Volumen, dar. Es musste bereits im Vorfeld geprüft werden, wie die Lagerung und Verteilung des Materials an die im Einzelfall betroffenen Stellen zu organisieren ist.
 
Bau der Media-Wagen Allein die von ITEM gelieferten Materialien hatten ein Gewicht von ca. 4,5 Tonnen. Hinzu kam noch weiteres Zubehör, wie z.B. Räder u. ä., mit nochmals ca. 1 Tonne Gewicht. Einige Sonderwerkzeuge mussten für die Bearbeitung ebenfalls beschafft werden, da sich die Kunststoffplatten, welche eine hohe Festigkeit besitzen, sich bei der spanenden Bearbeitung als sehr abrasiv erwiesen. Die Koordinierung der Fertigung und Montage an den beiden Produktionsstellen BBS II und ABW bedurften natürlich einer genauen Planung und präziser Absprachen. Zu einem späteren Zeitpunkt musste noch die Fa. Eder zur Durchführung eines Arbeitsganges mit in die Planung aufgenommen werden.
 
Erfreulicherweise kam es kaum zu Verzögerungen, die einer nicht optimalen Absprache zuzuschreiben wäre. Lediglich Lieferengpässe bei einigen Zubehörteilen brachten den Terminplan etwas durcheinander. So konnten die Wagen bis zum vorgesehenen Liefertermin zum Teil nur vormontiert werden, da die Beschaffung der Rollen/ Räder und der Steckerleisten Probleme bereitete. Die benötigten Mengen überstiegen die Lieferfähigkeit der angesprochenen Lieferanten. Ein Umstand, der diesem Projekt, wenn auch ungewollt, die nötige Realitätsnähe gab. Denn dieses Problem taucht nicht selten beim produzierenden Gewerbe auf. Problematisch ist dann in fast allen solchen Fällen, so auch bei diesem Projekt, der Umstand, dass man sich beim Prototypen auf eine bestimmte Ausführung festgelegt hat. Ein Wechsel zu einem Alternativprodukt bei Zukaufteilen bewirkt meist die Notwendigkeit weiterer Änderungen der Konstruktion. Um eine gute Qualität der zur Auslieferung vorgesehenen und fertiggestellten Wagen sicherzustellen, wurde jeder Wagen einer umfangreichen Abnahmeprüfung unterzogen. Die Ergebnisse wurden jeweils in selbst erstellten standarisierten Protokollen erfasst. Nötigenfalls wurden Nachbesserungen durchgeführt.
 
Bau der Media-Wagen Bei der Vergabe von Bearbeitungsaufgaben für die als Halbzeug gelieferten Materialien, arbeiteten wir arbeitsteilig: die ABW führte, z.B., sämtliche Bohrarbeiten aus. Das waren ca. 2100 Bohrungen verschiedener Größe in die Kunststoffplatten. Ferner wurden alle Abdeckleisten auf die verschiedenen erforderlichen Längen zugesägt. Die BBS II übernahm das Gravieren der Fertigungsnummern auf jeweils einem Profil des Wagens und die Bandsägearbeiten an den zu bearbeitenden Ecken der Kunststoffplatten. Ein Auszubildender der Fa. Eder (WF) führte alle Gewindebohrungen, d.h. ca. 800 M5x8 mm Gewinde, für die Auszugsplatte an einer CNC- gesteuerten Maschine aus. Das Ganze war mit einem stetigem Austausch bzw. Transport von Materialien zu den einzelnen Produktions- bzw. Montagestellen verbunden. Eine durchdachte Koordination und eine Planung aller notwendigen Arbeitsschritte im Vorfeld war zwingend erforderlich und wurde erfolgreich durchgeführt. Dadurch traten in der Folge keine gravierenden Probleme auf, die den Fertigungsfluss beeinträchtigt hätten. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Azubis, Firmen und Betreuer verlief sehr harmonisch, so dass man auf einem überaus gelungenem Verlauf und positiven Ergebnis diese Projektes zurückblicken kann. Bau der Media-Wagen Eine weitere Lieferung von zusätzlich 36 Wagen ist bereits erfolgt. Es wurde zur Abwicklung dieser Nachlieferung wieder die bewährte Arbeitsteilung vorgenommen. Die zuvor beteiligten Azubis erhielten die Gelegenheit, ihr erworbenes Fachwissen an Azubis weiterzugeben, welche nun neu dem Team zugeordnet wurden. Auch dieses stellt eine praxisnahe Situation dar, welche, in ähnlicher Form, in Fertigungsbetrieben oft anzutreffen ist. Nach diesem überaus positiven Rückblick und der Analyse der vielen Eindrücke, die bei der Durchführung des Projektes gewonnen wurden, sind weitere Projekte der "Übungsfirma" angedacht. So könnten, z.B., in ähnlicher Ablaufform, Beamer- Deckenhalterungen, Notebookwagen, Laborbauten und vieles mehr als zukünftige Projekte in Form der Lernortkooperation durchgeführt werden. Durch diese Art von Maßnahmen erhalten alle beteiligten Betriebe die Chance, eine praxisgerechte Durchführung eines Auftrages mit ihren Auszubildenden in der Form zu erproben und abzuwickeln, wie es von den zukünftigen Facharbeitern in den Betrieben erwartet werden wird. Es dem Auszubildenden vermittelt, von der Materialdisposition bis zur Qualitätssicherung durchgängig hohe Verantwortung zu übernehmen, um damit eine wirtschaftliche Fertigung zu gewährleisten.
 
© 2017 Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V.